Honorarnachzahlung für Kameramann von „Das Boot“

Der Film „Das Boot“ gehört zu den wenigen deutschen Produktionen, dir auch international und insbesondere in den USA ein großer Erfolg waren. Er begründete die Weltkarriere von Regisseur Wolfgang Petersen, der danach nach Hollywood ging. Aber nicht nur er, sondern auch der Kameramann Jost Vacano drückte mit seiner Arbeit dem Film einen ganz besonderen Stempel auf. Deshalb war er auch für eine der insgesamt sechs Oscarnominierungen, die das „Das Boot“ erhielt, vorgeschlagen.

Für seine Mitwirkung am 1981 gedrehten Film erhielt der Kameramann damals ein Pauschalhonorar von 204.000 D-Mark (rund 100.000 Euro). Dafür räumte er der ARD-Tochter Bavaria als Produktionsgesellschaft alle Nutzungs- und Verwertungsrechte ein. Die Produktion spielte aber letztendlich an den Kinokassen ein Vielfaches davon, nämlich etliche Millionen, ein und wurde auch im TV, auf Video und DVD ausgewertet.

Im Jahre 2002 wurde im Rahmen einer Urheberrechtsreform der § 32 a in das Urheberrechtsgesetz (UrhG) aufgenommen. Dieser besagt, dass bei einem auffälligen Missverhältnis zwischen der ursprünglich gezahlten Vergütung und der später erwirtschafteten Erträgen dem jeweiligen Urheber eine finanzielle Beteiligung einzuräumen ist. Daher wird er auch umgangssprachlich als Fairnessparagraf bezeichnet. Aufgrund dieses Paragrafen forderte Jost Vocano später von mehreren ARD-Anstalten diverse Nachzahlungen.

Nach bereits zehnjährigem Rechtstreit hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt ein Grundsatzurteil gefällt. Danach sei die grundsätzlich dem Kameramann bereits durch das OLG Stuttgart zugesprochen Vergütung in Höhe von 315.000 EUR zzgl. Umsatzsteuer nicht zu beanstanden. Allerdings sei das OLG von einer falschen Berechnungsgrundlage ausgegangen. Denn im Streitfall gehe es allein um die von der ARD mit der TV-Ausstrahlung erzielten Erlöse; Kino- und DVD-Erlöse seien nicht einzuberechnen.

Daher wird das Verfahren nun wieder an das OLG Stuttgart abgegeben, welches sich nochmals mit der konkreten Berechnung auseinandersetzen und eine Summe festlegen muss. Wieviel Geld letztendlich dem Kameramann zufließt, ist schwer abzusehen. Fest steht aber, dass die Entscheidung auch Auswirkungen auf Nachzahlungsforderungen anderer Produktionsbeteiligte wie Regisseure, Drehbuchautoren und ggf. auch Cutter haben dürfte. Den leeren Kassen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dürfte dies nicht wirklich guttun.