Foto von Jan Böhmermann in der Computer-Bild – Dürfen die das?

Das Oberlandesgericht Köln entschied mit Urteil vom 21.02.2019, dass der Axel-Springer-Verlag in der Zeitschrift „Computer-Bild“ ein Bild vom Moderator Jan Böhmermann verwenden durfte, um damit eine Werbeaktion für einen DVB-T2-Receiver zu bebildern.

Fotonutzung ohne Böhmermanns Okay?

Unter der Überschrift „Leser Aktion Freenet TV DVB-T2-Receiver für HD-TV ENDLICH SCHARF“ warb die Zeitung für einen DVB-T2-Reciver. Dabei wurde ein Standbild des Moderators aus der Sendung „Neo Magazin Royale“ ohne dessen Einverständnis verwendet. Böhmermann klagte dagegen, da seiner Meinung nach der Eindruck entstanden sei, er werbe selbst für den Receiver.

Artikel informierte auch die Leser

Das Oberlandesgericht Köln befand die Verwendung jedoch als zulässig. Denn die Nutzung des Bildes greife nur gering in das Persönlichkeitsrecht des Moderators ein. Der Zeitschriftenartikel habe trotz seines werblichen Charakters auch das Informationsinteresse der Leser erfüllt. Die Umstellung auf die DVB-T2-Technik sei zum Veröffentlichungszeitpunkt eine Frage von allgemeinem gesellschaftlichen Interesse gewesen. Für die Leser sei deutlich gewesen, dass mit dem beworbenen Receiver weiterhin die Sendung „Neo Magazin Royal“ empfangen werden könne. Auch den Informationsgehalt der Bildunterschrift „ENDLICH SCHARF“ bejahte das Gericht, da sie einerseits die Qualität des Fernsehbildes in HD und andererseits die Qualität des Klägers als Modeartors einer Satiresendung herausstelle. Nicht aber sei der Eindruck entstanden, Böhmermann selbst werbe für das Produkt. Außerdem entstamme das Standbild einer ausgestrahlten Sendung, womit sich der Moderator freiwillig dem Blick der breiten Öffentlichkeit preisgegeben habe.

Die Revision wurde durch das Gericht nicht zugelassen.